ا، الف 

(ا س م)

Ism, 1:1, 1: اسم

kann aus zwei Verbalwurzeln entstanden sein: 1. (و س م) womit das Brandmarken der Tiere bezeichnet wird, damit der Besitzer erkannt werden kann. Das Brandmal nennt man (سِمَه). In diesem Fall ist (اسم) etwas in der Bedeutung eines Markenzeichens, durch das der Besitzer und Hersteller des Zeichens erkannt werden kann; 2. (س م و) was soviel wie „Erhöhen“ oder „markant machen“ bedeutet. Also wäre (اسم) etwas, was den „Benannten“ (مسمی) von anderen Dingen unterscheidet und abhebt; (Al-Moṣṭafavi 1989).

 

(ا ل ه)

Allāh, 1:1, 1: الله

stammt von der Wurzel (ا ل ه) oder (و ل ه), und wird durch den Artikel (ا ل) und das Substantiv (الاه) gebildet. Der Artikel steht dafür, dass etwas beim Adressaten bekannt ist. (الاه) ist auf die Wurzeln (ا ل ه) oder (ول ه) zurückzuführen. Diese Wurzeln besitzen mindestens fünf verschiedene Bedeutungen, die miteinander in Verbindung stehen: 1. Angebeteter/Anbetungswürdiger 2. Geliebter 3. Jemand, dem die Geschöpfe ihre Ehrerbietung darbringen  4. Jemand, der vor den Geschöpfen durch Schleier verborgen bleibt, so dass diese ihn nicht erblicken können 5. Jemand, über den die Geschöpfe in Erstaunen geraten (Raġib 1991). Also ist Allah jemand, den wir kennen und anbeten, der von uns geliebt wird und den wir in unserer Bedürftigkeit anflehen, der sich vor uns aber in Verschleierung befinden und über dessen Wesen wir stets in Erstaunen versetzt werden. Das Wort „Allāh“ existierte bereits vor dem Islam. Im Koran ist „Allah“ der einzige Name Gottes, dem andere Namen und Attribute beigefügt werden, dieser selbst aber nicht anderen Namen zur näheren Beschreibung nachgestellt wird. Man kann also „Allah ar-raḥmān“ sagen, aber „Allah“ wird niemals umgekehrt zum Attribut; (Ṭabāṭbāī 1973), 1, 118.

 

 (ا م ن)

yuʿminūna, 2:3, 2: یومنون

wird aus der Wurzel (أ م ن) gebildet. „Al-amn“ ist das Gegenteil von „al-ḫauf“, was Angst bzw. Furcht bedeutet. „Amn“ ist ein Gefühl der Sicherheit und das Fehlen von Gefahr, was die Ruhe des Herzens zur Folge hat, (Farahidi 1988). „Amānah“ bedeutet, einem vertrauenswürdigen Menschen (al-amīn) etwas anzuvertrauen, so dass man keine Angst vor dem Verlust dieses Gegenstandes haben muss und somit innerlich beruhigt sein kann. „Imān“ bezeichnet den Zustand eines Menschen, der nach dem Erlangen von Erkenntnis innere Ruhe erhält, sodass jede Furcht und jedes Unsicherheitsgefühl aus seinem Herzen weicht und sich diese Haltung in Taten und Worten widerspiegelt, (Raġib 1991). Aus diesem Grunde verkündete der Gesandte Allāhs, „imān“ sei die Bestätigung durch das Herz, das Eingeständnis durch die Zunge und die Handlung nach den Grundlagen/Grundprinzipien. Deshalb kann „imān“ nicht mit „Glaube“ übersetzt werden, denn Glaube bedeutet:

etwas für wahr halten. ... In der weitesten Bedeutung dieses Ausdruckes, ohne Beziehung auf die Gründe, warum man etwas für wahr hält, im Gegensatze des Zweifels und der Verneinung. Einen Gott glauben, dem Satze, daß ein Gott sey, überhaupt Beyfall geben, ohne zu wissen warum (Krünitz 2005).

Wohingegen im Wort „imān“ Seelenruhe und Bestätigung durch das Herz steckt, was das Ergebnis von Erkenntnis ist, und nicht, etwas zu glauben, ohne es erkannt bzw. verstanden zu haben. Der „muʾmin“ (مومن) spricht und handelt also aufgrund seiner sicheren Erkenntnis und des Zustandes der inneren Einvernahme und Ruhe.

 

(ا و ل)

ʾāl, 2:49, 8: آل

Das Wort „Geschlecht“ gilt hier als Übersetzung für das Wort „ʾāl“ (ﺁﻞ). Es handelt sich hierbei um ein Aktiv-Partizip (اسم فاعل) von dem Verb „ʾāla/yaʾūl“ (آل/یؤول) in der Bedeutung „von jemandem oder etwas, das auf etw. zurückgeht oder sich zurückführt“. Das Wort „Geschlecht“ stammt etymologisch von „schlagen“ ab, in der Bedeutung von: „sich in eine bestimmte Richtung entwickeln, nach jemandem geraten, jemandes Art haben, nacharten“ (Pfeifer 2003), und wurde dementsprechend als Übersetzung gewählt.

über uns

Auf dieser in der Entstehung begriffenen Internetseite wird Ihnen ein Übersetzungsprojekt des Koran in deutscher Sprache vorgestellt, dass im Juli 2013 durch eine Gruppe von Islamwissenschaftlern, Theologen und Philosophen begonnen wurde.

 Ausgehend von einer Sichtung und Untersuchung der vorhandenen Koranübersetzungen in deutscher Sprache, haben wir uns besonders auf die Übersetzungen seit dem Jahre 2000 konzentriert und sind zu der Entscheidung gelangt, eine neue Übersetzung mit etymologischer Herleitung einiger koranischer Schlüsselbegriffe und einem kurzen Kommentar (tafsir) zu erstellen.

 Methodisch haben wir uns zum Ziel gesetzt, eine Übersetzung ausgehend vom Originaltext anzufertigen, die möglichst nahe am arabischen Text ist und keine Ergänzungen oder Hinzufügungen von Seiten der Übersetzer enthalten soll. Alles, was erklärt werden muss, ist entweder in Fußnoten zu finden, oder in der etymologischen Herleitung, bzw. im Kommentar.

 Unsere Grundlage bei der Wahl von Wortentsprechungen im Deutschen sind die Wurzeln oder Radikale der jeweiligen arabischen Wörter. Durch eine Untersuchung der arabischen Wurzeln, der verschiedenen Ableitungen und Bedeutungsebenen und deren Vergleich mit Möglichkeiten in der deutschen Sprache, versuchen wir, eine Einheitlichkeit in die Übertragung arabischer Wörter ins Deutsche zu bringen. Soweit es möglich ist, halten wir diese gemeinsame Grundlage der Ableitungen arabischer Wurzeln in den verschiedenen Verbal- oder Nominalformen durch und wählen nur ein anderes Wort im Deutschen, wenn das Verständnis durch die Verwendung der eigentlichen Bedeutung aus der arabischen Wurzel erschwert oder unmöglich wird.

 Bei der etymologischen Herleitung haben wir für jede Koranseite ca. 4 koranische Begriffe und ihre Wurzeln ausgewählt, die wir anhand klassischer Werke der arabischen Sprache und Grammatik wie „Mufradāt ar-Rāġib“, „Lisān al-ʽarab“, „

„Qamuso l-Loġah“ oder „Meṣbaḥo l-Monīr“... untersuchen, um davon ausgehend die gemeinsame Bedeutungsgrundlage in allen Ableitungen dieser Wurzeln festzustellen. Diese Grundlage versuchen wir dann ins Deutsche zu übertragen, um eine möglichst gute und konsequente Übersetzung zu finden.

 Bei unserem Kommentar verfolgen wir einen rationalistischen Ansatz, der aus unserer Sicht dem Geist des Koran entspricht. Der Mensch, seine Beziehung zu Gott, zu den Menschen und zur Schöpfung steht bei unserer Betrachtung im Vordergrund.

 Unser Kommentar basiert nicht nur auf den Gedanken der Autoren, sondern ist der islamischen Tradition begründet, weshalb wir schiitische und sunnitische Tafsir- Quellen, Hadithe und Überlieferungen aus den wichtigsten klassischen Quellen benutzen.

 Wir möchten die anderen existierenden Koranübersetzungen nicht ersetzen, sondern eine neue Methode bzw. einen neuen Weg bei der Koranübersetzung vorstellen.

 Darüber hinaus hoffen wir, dass unsere Übersetzung dem deutschsprachigen Leser ein besseres und tieferes Verständnis ermöglicht und ihn der Welt des Koran und der damit verbundenen Kultur näher bringt.

 Diese Seite dient dazu, unser Vorhaben transparenter zu machen und dem interessierten Leser zu ermöglichen, mit seiner Kritik aber auch mit Lob auf unsere Übersetzung zu regieren, unsere Arbeit dadurch zu bereichern, so dass auf diese Weise ein neuer Diskurs zum heiligen Koran entsteht.